Scrum

Scrum ist ein Vorgehensmodell der agile Softwareentwicklung, das von Ken Schwaber, Jeff Sutherland und Mike Beedle entwickelt und etabliert wurde. Im Mittelpunkt steht dabei das selbstorganisierte Entwicklerteam, das ohne Projektleiter oder direkten Vorgesetzen auskommt. Scrum ist ein Modell, dass wie die andere agilen Vorgehnsweise auch, sehr stark auf Selbstorganisation, Vertrauen und Kommunikation basiert und davon ausgeht, dass die einzelnen Fachleute am Besten bestimmen können, wer was wie bis wann umsetzt. Und das sind nun mal die Team-Mitglieder und nicht die Vorgesetzten.

 

Der Scrum Prozess

Basis bildet ein iteratives Vorgehen. Bei den einzelnen Iterationen - den sogenannten Sprints - handelt es sich um fass- und damit planbare Zeitintervalle, in denen eine definierte und priorisierte Menge an Anforderungen (User Stories) aus dem Sprint Backlog vom Entwickler-Team abgearbeitet wird.

Scrum kennt

  • 3 Rollen (Team, SM, PO)
  • 3 Artefakte (Product Backlog, Sprint Backlog, Burn Down Chart)
  • 4 Meetings (Sprint Planning Meeting, Daily Scrum, Sprint Review und die Sprint Retrospektive)

Damit das Team störungsfrei arbeiten kann, steht diesem der Scrum-Master zur Seite, der dafür sorgt, dass Hindernisse jeglicher Art möglichst rasch behoben und der Entwicklungsprozess eingehalten und optimiert wird. Als weitere Aufgabe bildet der Scrum-Master die Schnittstelle zum Produktverantwortlichen, dem sogenannten Product-Owner, dem die Aufgabe zukommt, Anforderungen der Stakeholder entgegen zu nehmen, neue Anforderungen zu definieren und zu priorisieren. Hierfür dient dem PO das sogenannte Product Backlog, dass schlussendlich den Input für das Sprint Backlog bildet.

Neue Anforderungen von Stakeholdern fliessen in den Product-Backlog und werden dort vom Product-Owner entsprechend der Wichtigkeit priorisiert. Zum Sprintbeginn überlegt sich das Scrum-Team im Rahmen des Sprint Planning Meetings, welche der am höchsten priorisierten Anforderungen es im kommenden Sprint umsetzen kann und committet sich für diese. Die committeten Anforderungen fliessen in den Sprint Backlog (eine Art Pflichtenheft für den kommenden Sprint, das - und das ist das Besondere - sich das Team SELBER auferlegt). Zur Fortschrittskontrolle während des laufenden Sprints dienen die täglichen Daily Scrums - Standup Meetings, in denen kurz und bündig auf nachfolgende Fragen geantwortet wird:

       Was habe ich gestern gemacht?

       Was mache ich heute?

       Welche Probleme habe ich, die meine heutige Arbeit behindern?

Hintergrund dieser Fragen ist nicht, dass sich die einzelnen Team-Mitglieder gegenseitig kontrollieren (würde dem Grundgedanke des Vertrauens widersprechen), sondern dass man sich gegenseitig auf den aktuellen Stand bringt und die Möglichkeit erhält, als Team notfalls umstrukturieren oder helfen zu können, sollten Problemen auftreten, die verhindern, dass der Sprint-Backlog im aktuellen Sprint abgearbeitet werden kann. Denn ist dies nicht möglich, hat das Team als TEAM seine Sprint-Ziele nicht erreicht und nicht der Einzelne.